Mercedes Benz 230 SL 'Pagode' Oldtimer

Mercedes Benz 230 SL Pagode
Ungewöhnlicher Modellwechsel für Mercedes-Benz
Als der 230 SL im März 1963 auf dem Internationalen Automobil Salon in Genf
präsentiert wurde, war dies für die Marke Mercedes-Benz mehr als nur
ein gewöhnlicher Modellwechsel.
Nicht nur, dass der neue Zweisitzer mit dem 190 SL und dem 300 SL Roadster gleich
zwei verschiedene Sportwagenmodelle ablösen sollte, die unterschiedlicher
kaum hätten sein können – beide Vorgänger standen in der
Publikumsgunst weit oben und waren bereits während ihrer Produktionszeit
zu Legenden geworden. Kein leichter Start also für den Neuling.
Hinzu kam dass sich der neue Sportwagen nicht einfach in gefällig-unauffälliger
Formgebung präsentierte, sondern durch sein sehr prägnantes und eigenwilliges
Design Aufmerksamkeit erregte. Die unkonventionelle Gestaltung des Hardtops war
dazu angetan, Fachwelt und Publikum zu polarisieren, und brachte dem Neuen den
Namen „Pagoden-SL“ ein.
Und damit erhielt er von Anfang an seine Typenspezifische Bezeichnung, die er übrigens
schon vor der öffentlichen Präsentation von den Sindelfinger Entwicklern
verliehen bekommen hatte. Der einzige markante Name, der schon von den Ingenieuren
und Designern und nicht erst von nachfolgenden Fangenerationen kreiert wurde.
Der 230 SL verfügte aber auch über bemerkenswerte innere Qualitäten.
Basierend auf der Bodengruppe und Aggregaten der „Heckflossen“ – Baureihe
W 111, war er der weltweit erste Sportwagen mit einer innovativen Sicherheitskarosserie,
und Eugen Böhriger bewies im August 1963 mit einem Sieg bei der Rallye
Spa-Sofia-Lüttich, dass der W 113 auch das Zeug zum Sportler hatte. Die
Pagode glänzt bis heute, wie es sich für einen echten Mercedes gehört,
als vielseitiges Talent, das durchaus auch fahraktive Zeitgenossen mit seinem
Charisma betören kann.
Die Technik des neuen SL

Mercedes Benz 230 SL
Der 230 SL war der erste Personenwagen von Mercedes-Benz, der serienmäßig
mit Gürtelreifen geliefert wurde. Auch eine Premiere war, dass 14 Zoll
große Räder eingesetzt
wurden. Die Verwendung der größeren 14 Zoll Räder, anstelle
der bis dahin dominierenden 13 Zoll Räder, war nicht nur ein Entscheidungsschwerpunkt
der Stilisten. Viel stärker als
die Designer waren hier die Fahrwerksingenieure eingebunden. Der Zwang zu leistungsfähigeren
Bremsen führte zu größeren Scheibendurchmessern,
und damit zu größeren Rädern.
Die Fahrwerkskomponenten wurden im Prinzip von den 1959 eingeführten Limousinen
220b,
bis 220 SEb übernommen. Diese Oberklasse Modelle der „Heckflossen-Baureihe“ hatten
sich durch einen gleichermaßen hohen Fahrkomfort wie auch durch sportlich
sichere
Fahrwerksabstimmung einen guten Namen gemacht.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und wurde damals in der Presse
entsprechend
gewürdigt. Besonderen Beifall fanden vor vierzig Jahren zunächst
das gutmütige und fast
spielerische Handling bei angemessenem Federungskomfort. Erst gegen Ende
der Bauzeit
wurden Lastwechselreaktionen bei scharfem Kurvenfahren reklamiert. Sie ergeben
sich durch
den Aufstelleffekt der hinteren Pendelachse beim Bremsen und Einlenken.
Einen wesentlichen Eckstein des Erfolgs bildeten zwei damals noch gegen Aufpreis
lieferbare
Extras. Es waren die Servolenkung und das Automatikgetriebe. Die Servolenkung
unterstrich
mit ihrer direkten Übersetzung noch das spielerische Handling des Autos.
Das Automatikgetriebe trug ganz wesentlich zu dem damals enormen Erfolg der
SL-Baureihe
in den USA bei, der sich besonders mit dem 280 SL in den Jahren 1968 – 1971
geradezu
explosionsartig entwickelte und dieses Modell zum Verkaufsrenner machte.
Stars in ihrer Pagode
![]() Ewy Rosqvist-von Korff / Ursula Wirth |
![]() Hardy Krüger |
![]() Juan Manuel Fangio |
|
![]() Sir Peter Ustinov |
![]() Stirling Moss |









